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Das siebte Jahrzehnt

2006 bis 2016 – Neue Impulse, neue Herausforderungen


Zum 15. Juli 2008 verließ Schulleiter Mario Liepe die Städt. Musikschule und folgte einem Ruf als Direktor des „Dr. Hochs Konservatorium – Musikakademie Frankfurt am Main“. Nachfolger wurde der Instrumentalpädagoge Ulrich Eick-Kerssenbrock.

Das Jugendsinfonieorchester, Quelle Andreas Deus Solinger Tageblatt 14. Februar 2007 Quelle: Stadtarchiv Solingen

Das wegen Mitgliederschwundes aufgelöste Jugendsinfonieorchester wurde im Februar 2007 wiederbelebt.

Dank der Bemühungen und Unterstützung zahlreicher Lehrkräfte konnte das Orchester rasch wachsen. Bereits im Oktober 2008 konnte eine erste Reise nach Gouda unternommen werden. Weitere Konzertreisen nach Chalon, Ness Ziona und Blyth sollten folgen, alle zwei Jahre wird ein Probenwochenende in einer Jugendherberge durchgeführt. Mittlerweile spielen rund 75 Jugendliche im Jugendsinfonieorchester mit, im September 2015 konnte gar der Landesorchesterwettbewerb NRW gewonnen werden.

Quelle: Städt. Musikschule Solingen Solinger Tageblatt vom 24. Oktober 2012 Quelle: Stadtarchiv Solingen

 

Zwei weitere Ensembles gehören zum Jugendsinfonieorchester:
Die „Amatis“ (Leitung Fritz Jäger), bei denen erste Erfahrungen im Ensemblespiel gesammelt werden, und das „Jugend-Streich-Orchester“ (Leitung Inka Ehlert), eine Gemeinschaft von jungen Streicherinnen und Streichern, die zwischen 8 und 14 Jahre alt sind.
Die Orchester bauen in ihren Anforderungen aufeinander auf, sie bilden eine Art „Orchesterschule“, in der die Schülerinnen und Schüler nach einer gewissen Zeit in das nächsthöhere Orchester wechseln sollen. Die Orchesterleiter arbeiten eng zusammen. Die Orchester stehen auch Schülerinnen und Schülern offen, die nicht an der Städt. Musikschule Solingen unterrichtet werden.

 

Ein weiteres wichtiges Ensemble sollte 2007 das Licht der Welt erblicken: Die Jugend Big Band „Blues Alarm“ unter der Leitung von Thomas Sieger, deren Qualität rasant zunahm. Auch sie konnte den Landesorchesterwettbewerb NRW in der Kategorie „Jugend Big Band“ gewinnen (2011), darüber hinaus beim Wettbewerb „Jugend Jazzt“ 2012 einen exzellenten 2. Platz erreichen.

Mit dem Programm „Jedem Kind ein Instrument“ beginnt die Städt. Musikschule im Sommer 2007. Sie läutet damit eine grundsätzliche konzeptionelle Neuausrichtung ein, die durch tiefgehend veränderte Rahmenbedingungen nötig erscheint. Die flächendeckende Einführung des schulischen Ganztages, die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit auf 8 Jahre, die zunehmende Übermittagsbetreuung in Kindergärten machen das Zeitfenster für Kinder und Jugendliche immer kleiner, in dem außerschulische Bildung und „Hobbys“ noch möglich erscheinen. Hinführung zum Musizieren und erster Instrumentalunterricht müssen also an Kindergärten und Schulen stattfinden.

Solinger Tageblatt vom 2. Oktober 2013 Quelle: Pressespiegel Städt. Musikschule Solingen GmbH  Solinger Morgenpost vom 17. Oktober 2007 Quelle: Pressespiegel Städt. Musikschule Solingen GmbH

 

Kooperationen 2016

Grundschulen
GS Am Rosenkamp, GS Aufderhöhe, GS Bünkenberg/Widdert, GS Erholungstraße, GS Gerberstraße, GS GHS, GS Katternberger Straße, GS Kreuzweg, GS Meigen, GS Südstraße, GS Uhlandstraße, GS Westersburg, GS Weyer, GS Yorckstraße/Lützowstraße, Adventgrundschule

weiterführende Schulen
Albert-Schweitzer-Realschule, Geschwister-Scholl-Gesamtschule, Gymnasium Schwertstraße, Gymnasium Vogelsang, Sekundarschule, Gesamtschule Höhscheid

Kindergärten und Kindertagesstätten
AWO Goudastraße, Hasselstraße, Hoppetosse, Kompass, Lindenhof, Lummerland, Rappelkiste, Schatzkiste, Sterntaler, Zietenstraße

Im Juni 2007 wurde die zur Stadt Solingen gehörende „Zentralstelle für den deutschsprachigen Chorgesang in der Welt“, die Kontakte zu über 600 Chören auf allen Kontinenten pflegt, in die Städt. Musikschule eingegliedert.

Im Oktober 2009 veranstaltete die Musikschule ein erstes „Internationales Chorfestival“ mit Chören aus Australien, Paraguay, Brasilien, Ungarn und den USA sowie 8 Solinger Chören, ein 2. Festival erfolgte 2013.

2009 konnte eine weitere neue Säule der Musikschularbeit errichtet werden: durch tat- und finanzkräftige Mithilfe des Fördervereins und einiger wichtiger Mäzene wie der Ulrike und Klaus Krebs-Stiftung sowie der Wüsthof-Stiftung konnte unter dem Namen „Academy Kids“ eine Begabtenförderung eingerichtet werden. Erste Erfolge stellten sich rasch ein, die sich insbesondere in der Entwicklung der Preisträger des Wettbewerbes „Jugend Musiziert“ widerspiegeln.

Quelle: Städt. Musikschule Solingen GmbH

Im Herbst 2015 unternahmen 10 Schülerinnen und Schüler der Begabtenförderung sowie 6 Lehrkräfte der Musikschule eine Reise zu einem Kammermusikworkshop zum Konservatorium nach Belgrad. Das symphonische Blasorchester folgte einer Einladung zu einem großen Orchesterfestival nach Polen.

Solinger Tageblatt vom 26. September 2015 Quelle: Pressespiegel der Städt. Musikschule Solingen GmbH

Die Kinderoper „Brundibár“, komponiert vom Tschechen Hans Krása im Jahr 1938, wurde im Juni 2011 von der Musikschule Solingen in Kooperation mit dem Kulturbüro und der „ChorAkademie Bergisch Land“ mit über 200 Kindern auf die Bühne gebracht.

Fortschreitende gesellschaftliche Veränderungen wie der demographische Wandel und der Zuzug zahlreicher Flüchtlinge machen eine stete Weiter- und Fortentwicklung der Musikschulangebote nötig.

So startete im Februar 2016 das Projekt Rock60 – Never too old for Rock’n‘Roll. Das Bandprojekt richtet sich an Hobby-Musikerinnen und Musiker ab 55, die Lust haben, die Rock- und Popmusik, mit der sie groß geworden sind, selber zu spielen. Offensichtlich traf das Angebot einen Nerv – aus dem Stand meldeten sich über 30 Junggebliebene an.

Eine Erwachsenen Big Band („Kotten Klub“) entstand 2013, die sich in kurzer Zeit einen guten Namen in der Kulturszene Solingens gemacht hat. Die Leitung hat der bekannte Saxophonist Klaas Voigt.

Im November 2015 entstand das Projekt „Tarab“. Die Türen stehen allen Interessierten offen. Flüchtlinge sowie Einheimische, Laien und Profis, Kinder, Musikschüler oder Erwachsene. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Musizieren mit einfachen Mitteln: Singen von Kanons, rhythmische Spiele, afrikanisches Trommeln, einfache Tänze. Es geht um Spaß, um Begegnung und Bewegung, um Voneinander-Lernen: arabische Popsongs, bretonische Tanzschritte, deutsche Volkslieder, Improvisation mit Klängen und Klatschen, Stimmspiele oder auch Jodler.

 

Tarab
steht für eine spezielle Musikform, in welcher die Komponenten Gesang, Tanz und Rhythmus zusammenfließen.
Es mischen sich Elemente der orientalischen Tradition mit Klängen Europas und Afrikas.

 

Mitte 2016 werden ca. 2.850 Schülerinnen und Schüler von der Städtischen Musikschule unterrichtet.