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Gründung der Musikschule und ihre ersten Jahre

1946 bis 1955 – Die Singschule


Von den Überlegungen zur Errichtung einer Musikschule, in der alle Instrumente unterrichtet werden sollten, verabschiedete man sich nach Beendigung des Krieges. Stattdessen trat die Gründung einer Singschule in den Fokus.

Quelle: Stadtarchiv Solingen – Akte SG 8746Quelle: Stadtarchiv Solingen – Akte SG 8746 Quelle: Stadtarchiv Solingen – Akte SG 8746 Quelle: Stadtarchiv Solingen – Akte SG 8746

Im Zuge dessen wurde der Chorleiter Josef Schlösser am 11. Oktober 1945 schriftlich zu einer Besprechung in den Angelegenheiten zur Errichtung einer Singschule gebeten. Josef Schlösser hatte sich schon Gedanken über die Einrichtung einer Singschule gemacht.

Er nahm den hauptsächlich männlichen Stimmmangel in Chören als Basis für seine Gedanken zur Errichtung einer Singschule.

In der Singschule sollte also die allgemeine Musiklehre unterrichtet werden „mit ihren Abteilungen der Notation, des Tonleiterbegriffs und der Erklärungen über Rhythmik, Metrik, Dynamik und letztlich auch Agogik!“

Zudem hatte Josef Schlösser schon eine genaue Vorstellung über mögliche Klassenkonstellationen. Die einfachste Form des Beginnens sah er in einer Klasse mit „Knaben und Mädchen“, die sich in 2 Gruppen à 15 Kindern unterteilen. Den einsetzenden Stimmbruch in der Pubertät bei Jungen sah er nicht als Grund für ein mögliches Verlassen der Singschule.

Zum Besuch der Singschule waren nur diejenigen berechtigt, die „auf Grund von Vorschlägen einsichtiger und verständiger
Lehrer aller Solinger Schulen eine Aufnahmeprüfung an der Singschule bestanden“.

Im Juni des darauffolgenden Jahres wurde der Aufbau einer Singschule in der mit Chorleiter Schlösser besprochenen Art genehmigt. Der Unterricht sollte zum 1. September 1946 zunächst in den Räumlichkeiten der August-Dicke-Schule beginnen.

Den dafür nötigen Lehrplan reichte Schlösser am 10. Juli 1946 ein.

Quelle: Stadtarchiv Solingen Quelle: Stadtarchiv Solingen Quelle: Stadtarchiv Solingen

Am 18. November 1946 konnte mit Eintreffen der schriftlichen Genehmigung der Bezirksregierung die Singschule ihre Arbeit aufnehmen und mit einer ersten Singschulklasse von 30 Schülerinnen und Schülern beginnen.

Quelle: Stadtarchiv Solingen – Akte SG 8746 Quelle: Stadtarchiv Solingen – Akte SG 8746

Die Lehrtätigkeit und das Engagement Schlössers wurden sowohl vor als auch nach der Eröffnung der Singschule stets respektiert und wertgeschätzt.

Quelle: Stadtarchiv Solingen – Akte SG 8746 Quelle: Stadtarchiv Solingen – Akte SG 8746

Am 4. Januar 1947 berichtete die Rheinische Post zum ersten Mal über die kürzlich eingerichtete Singschule. Sie berichtete über weitere Aufnahmeprüfungen und gab Informationen über die Unterrichtszeiten und -orte der Singschule bekannt.

Quelle: Stadtarchiv Solingen – Akte SG 8746 Rheinische Post vom 04. Januar 1947

Nach einiger Zeit konnte die Schule einen erfolgreichen Nachweis über ihre Tätigkeiten vorlegen. Nach nur 3 Jahren, also im Jahr 1949, waren zu dem ursprünglichen Unterrichtsort 5 weitere Schulen hinzugekommen. Die August-Dicke-Schule wurde von der Schule Elsa-Brandström-Straße abgelöst. Herr Schlösser unterrichtete wie viele andere nicht nur werktags, sondern auch am Wochenende, insgesamt 20 Stunden in der Woche.

Quelle: Stadtarchiv Solingen

Im Jahr 1952 warb die Singschule mit diesem Flugblatt für sich.

Quelle: Stadtarchiv Solingen – Akte SG 8746

Am 9. Mai 1955 wird die Städtische Singschule zur Jugendmusikschule der Stadt Solingen umbenannt. Sie erhält eine überarbeitete Satzung,
in der festgehalten wird, dass die Jugendmusikschule allen musik-liebenden Kindern die Möglichkeit zu lebendigem Musizieren geben soll und jedem Kind, ohne Rücksicht auf konfessionelle oder soziale Herkunft, Freude an der Musik vermitteln soll. So wird der Weg zum Selbstmusizieren in der Familie und
in Musiziergemeinschaften geebnet.

Eines der ersten Zeugnisse der Singschule Quelle Willi Winkler


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