
Chöre aus aller Welt bitten um Hilfe
In einem ersten Rundschreiben (Januar 1978) an die zu diesem Zeitpunkt bekannten 400 Chöre im Ausland waren die Chöre auf die Einrichtung der Zentralstelle hingewiesen und u.a. gebeten worden, doch bitte einmal mitzuteilen, wo sie der "Chorschuh" drücke.
Würden sie z.B. gerne ein Chorwerk singen wollen, von dem sie jedoch kein Notenmaterial hätten, so würde die Stadt Solingen, alleinige Kostenträgerin der Zentralstelle Chorgesang, im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten sodann entsprechende Chorpartituren stiften.
Die ersten Reaktionen der Chöre waren unterschiedlich:
Viele Chöre gingen anfangs auf das Angebot nicht ein, andere wiederum zeigten sich erfreut und baten die Zentralstelle um Hilfe, insbesondere um Musikalien-/Literaturhilfe.
Das Musikalienarchiv der Zentralstelle mit einem Bestand von über 35 000 Chormusikalien ist eine gute "Ideen-Quelle" für Programm-Vorschläge an die Chöre im Ausland. So hat die Zentralstelle Chorgesang u. a. dem Musikkomitee des 11. Sängerfestes des Australischen Sängerbundes in Brisbane (1998) für die gemeinsamen Vorträge der gemischtstimmigen Chöre sowie der Männerchöre zahlreiche Chorwerke in Form von Probepartituren zwecks Auswahl zugeleitet. Sechs ausgewählte Chorwerke wurden letztlich in einem besonderen Chorliederheft - nach Genehmigung der Chormusik-Verlage - von der Zentralstelle Chorgesang zusammengefasst und gedruckt. Diese praxisnahen Hilfen für die Chöre mussten aufgrund des riesigen Defizits im Haushalt der Stadt Solingen auf ein Minimum reduziert werden. Ohne Spendengelder von Chören, Personen, Institutionen und anderen Stellen ist die Wahrnehmung der Aufgaben der Zentralstelle kaum noch möglich. So hat beispielsweise der Förderverein der Zentralstelle mit einem finanziellen Beitrag ganz wesentlich mitgeholfen, das vorgenannte Liederheft zu erstellen.