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Die Musikschule Solingen. . .



Die Wirkung von Musikschularbeit in unserer Gesellschaft

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Allgemeines

Ueber uns Musikerziehung in der Musikschule
von Harald Müller (in Auszügen)

Viele, sehr viele Wege führen zur Musik. Auf irgendeinem dieser Wege befindet sich jeder Mensch. Der eine lässt sich einfach berieseln, der andere möchte aktiv hören, besucht Konzerte oder schafft sich geeignete Wiedergabegeräte an, der dritte wiederum singt oder spielt selbst auf einem Instrument. Dann ist da noch der Berufsmusiker, für den die Musik nicht nur eine seelische, sondern auch eine existentielle Bedeutung hat.

Wozu braucht ein Kind überhaupt Instrumentalunterricht?
Bringt er mehr als nur eine kontrollierte Freizeitgestaltung?

Ja, viel mehr - schon vor Jahrzehnten haben ungarische Pädagogen an neutral aufgestellten Testgruppen von Schülern eindeutig festgestellt, dass die allgemeinen schulischen Ergebnisse - besonders in Mathematik - bei Instrumentalschülern erheblich besser sind als bei denen, die keinen Instrumentalunterricht bekommen haben.
Eine Nachricht aus Amerika: Ein Forscherteam von Psychologen und Pädagogen hat ermittelt, dass zehn Minuten Hören guter Musik - im Test wurde Mozarts Musik gebraucht - die geistigen Fähigkeiten des Hörers (Intelligenz, Gedächtnis usw.) erheblich und eindeutig messbar steigern.
Wir wissen nicht, warum das so ist - zu kompliziert ist die menschliche Persönlichkeit. Wir können nur Vermutungen anstellen: Vielleicht ist es die Bereicherung des Gefühlslebens, mit Auswirkungen auf die Motivationsebene im Lernen und Arbeiten. Vielleicht ist es das tägliche Training, durch das Körper und Geist immer wieder auf Zusammenarbeit in Richtung Selbstkontrolle und Leistung getrimmt werden. Oder vielleicht ist es die Mühe des Lernenden, Zusammenhänge zu begreifen und herzustellen, die sich auf unbekannten Wegen auf die gesamte Denkweise auswirken. Oder auch die tiefgreifende Auseinandersetzung mit der Zeit: Nichts trainiert das Koordinationsvermögen zeitlicher Vorgänge so gut wie der musikalische Rhythmus.
Wir wissen aber mit Sicherheit, dass der musischen Erziehung seit vielen Jahrtausenden immer ein Platz in der Gesellschaft erhalten geblieben ist. Wir wissen auch, dass im Durchschnitt die soziale Integration von Musikschulabgängern erheblich besser ist als bei anderen Schülergruppen. Musikalische Erziehung war, ist und bleibt ein Markenzeichen für sorgfältige Erziehung im Elternhaus, überall in der Welt - ein Statussymbol, wenn man so will. Das kostet Geld und viel Mühe, doch die sozialen Ergebnisse sind so überzeugend, dass die Kosten dieser Investition immer wieder in Kauf genommen werden.


FÄCHER UND INSTRUMENTE


Ueber uns GRUNDFÄCHER

Musikalische Früherziehung (MFE) und Musikalische Grundausbildung (MGA) bedeuten für die Musikschule in etwa das, was der Kindergarten bzw. die ersten zwei Schuljahre für die weitere schulische Ausbildung des Kindes bedeuten. Behutsam, aber gezielt, durch Spiel, Singen, Bewegung und viel Spaß werden den Kindern die ersten Begriffe und Fertigkeiten des Musizierens beigebracht. Die Teilnahme an der Früherziehung bzw. an der Grundausbildung ist die beste Voraussetzung für einen nahtlosen, erfolgreichen Übergang zum Erlernen des gewählten Instruments oder von Gesang.


INSTRUMENTAL UND- GESANGSUNTERRICHT
im Gruppenunterricht, Partnerunterricht, als Einzelschüler, im Ensemble

Instrumentalunterricht wird in Form des Gruppenunterrichts (vornehmlich) oder einzeln erteilt. Vorteile, Nachteile und individuelle Gegebenheiten werden in jedem Fall zielorientiert erwogen, um jedem einzelnen Schüler den für ihn optimalen Unterricht zu ermöglichen. Besonders wichtig ist das Ensemblespiel; denn durch das gemeinsame Musizieren und Singen entsteht ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, der Verantwortung für die eigene Leistung und für die des ganzen Teams.


DAS TRAINING

Es ist schwierig, zwischen der Freude am Musizieren und Singen und der Notwendigkeit des regelmäßigen Übens das Gleichgewicht zu halten. Gespräche zwischen Eltern und Lehrer sind dabei sehr wichtig. Sobald es möglich ist, sollte das Kind dazu angehalten werden, täglich zu üben. Wenn das von den Eltern konsequent durchgehalten wird, gewöhnt sich der Schüler an den Arbeitsrhythmus und empfindet ihn nicht als belastend, vielmehr spürt er mit Freude, dass er immer besser spielt bzw.singt. Kompromisse sollten die Eltern nicht eingehen, denn dann beginnt erfahrungsgemäß sehr bald das Feilschen um die Freizeit, und das Üben wird zu einer unangenehmen Pflicht, einem vom Lehrer und von den Eltern auferlegten Zwang. Die diskrete Gegenwart der Eltern in der Übezeit ist dringend zu empfehlen. Auch die Erziehung der Kinder in Richtung selbständiger, kreativer Arbeit ist wichtig. Die Übezeiten für kleinere Kinder (sechs bis acht Jahre alt) dürften irgendwo zwischen 15 und 25 Minuten liegen. Das tägliche Üben in zwei, jeweils etwas kürzeren Abschnitten, ist eine sehr gute Lösung.


WAS SIND VERANLAGUNG, TALENT UND BEGABUNG?

Ueber uns Talent ist eine komplexe Gegebenheit. Alle menschlichen Eigenschaften - musikalisches und nicht musikalisches Gehör, musikalisches, visuelles oder assoziatives Gedächtnis, Intelligenz, Geschicklichkeit, körperliche Koordination u.a. fließen hier ein. Wenn ein Kind auf der Tastatur ein ihm bekanntes Lied sucht und auch findet, wenn es ein Lied kindesgemäß aber richtig singt, dann sind mit Sicherheit Bestandteile der Begabung vorhanden. Wenn es dies nicht tun kann, heißt das noch lange nicht, dass es unbegabt wäre. Der Umgang mit der eigenen Begabung ist heutzutage weitgehend von der komfortablen Musikelektronik gestört: Wiegenlieder sind out, die Eltern singen weniger, Hausmusizieren wird seltener. Organe, die nicht beansprucht werden, verkümmern.
Solange der Instrumentalunterricht als Mittel für eine gründlichere musische Erziehung gedacht ist, bleibt die Frage über die Begabung des Kindes eigentlich gegenstandslos. Wird eine musikalische Laufbahn angestrebt, so sollte man dennoch davon ausgehen können, dass zumindest die vom Lehrer festgestellten, mehr oder weniger messbaren Fähigkeiten des Musikschülers (nicht zuletzt der Fleiß) überdurchschnittlich sind, und dass sie rechtzeitig erkannt werden.


MUSIK HÖREN

Das aktive Hören guter Musik ist unerlässlich. Aber nicht nach dem Motto: "Hinsetzen und zuhören!" Lassen Sie die Musik einfach durch die Wohnung rieseln. Und fragen Sie z.B. dann und wann, welches Stück besser gefallen hat. Ein einmaliges Hören eines Musikstückes bringt nicht viel. Tieferes Verständnis entsteht nur nach mehrmaligem Hören, wenn der Hörer bestimmte Passagen erkennt und sie erwartet.
Doch was ist "gute Musik"? Wichtig ist: Keine Stilrichtung oder Gattung darf von vornherein als wertlos abgetan werden. Alles, was gern gehört wird und das Gemüt bewegt, hat seinen Wert. Jeder Musikstil ist gewöhnungsbedürftig. Der Mensch liebt, was er kennt - so ist es notwendig, das aktive Hören besonders der Klassik - im weitesten Sinne des Wortes - zu unterstützen.


DAS VORSPIEL

Und noch eine Dimension des Instrumental- und Gesangsunterrichts, mit Auswirkungen auf die psychische Kraft und das sozial ausgewogene Verhalten des Kindes: das Vorspiel. Vermutlich kennen Sie das mulmige Gefühl, die zugeschnürte Kehle und das Herzklopfen, oder einfach die Angst vor dem Versagen, die sich bei wichtigen Auftritten einstellen kann. Wer kann schon sagen, wie viele Erfolgswege versperrt blieben, nur weil der Mut fehlte, die inneren Barrieren zu überwinden?
Selbstbeherrschung ist trainierbar. Deshalb ermutigen wir unsere Schüler, so oft wie möglich bei Familienfeiern vorzuspielen oder bei den von der Musikschule organisierten Vorspielabenden teilzunehmen. Auch hier gilt: Nicht zwingen, sondern überzeugen. Rücksichtslosen Erwartungsdruck vermeiden wir wo immer wir können.


INSTRUMENTAL- und GESANGSUNTERRICHT ALS WEGBEREITER

Ueber uns Für den größten Teil unserer Schüler ist das musikalische Können kein Selbstzweck - es ist eine Investition in geistige Werte und Lebensqualität. Sozio-Psychologen meinen, schöne Menschen hätten bessere Chancen in der Gesellschaft. Doch ausschlaggebend ist das Aussehen nicht - dennoch wird nach Möglichkeit nachgebessert ( Sport, Kosmetika, Mode etc.). Seelisch, geistig und intellektuell gebildete Menschen haben radikal bessere Chancen in der Gesellschaft - hier brauchen wir keine Sozio-Psychologen zu befragen. Auch darum kümmern sich die Musikschulen. Und es geht nicht um Nachbesserungen, sondern um tiefe Änderungen in der Persönlichkeitsstruktur.
Das ist die eine Seite unserer Aufgabe - eine andere ist die berufliche Verwertbarkeit unseres Angebots, denn auch die professionellen Musiker beginnen ihre Laufbahn in der Musikschule. Wer Orchestermusiker werden will oder gar national und international bekannter Solist, muss im frühestmöglichen Alter den Instrumentalunterricht beginnen, je nach Alter und Instrument bis zu einer, zwei oder mehreren Stunden täglich üben und ein einschlägiges Studium an einer Musikhochschule absolvieren. Mit Rücksicht auf Schule und Privatleben muss er seine ganze Arbeitskraft dem einen, erwählten Instrument oder dem Gesang zur Verfügung stellen. Der Wettbewerb "Jugend musiziert" ermöglicht den Teilnehmern einzuschätzen, ob eine solche Karriere überhaupt in Frage kommt.

Nicht nur für die zukünftigen Spitzenmusiker ist die Ausbildung an der Musikschule beruflich verwertbar. Im Unterricht werden die Schüler ggf. auch auf die Aufnahmeprüfungen für ein Instrumentalpädagogik-, Schulmusik oder Kirchenmusikstudium vorbereitet oder auf Grenzberufe wie Toningenieur, Musiktherapeut, Musikwissenschaftler usw.

Anders sieht es im Bereich Rock, Pop, Jazz etc. aus. Abgesehen von einer ordentlichen Instrumentalausbildung in der Kindheit und in der frühen Jugend sind hier Schulabschlüsse nicht zwingende Notwendigkeit, obwohl es mittlerweile auch hier entsprechende Studiengänge gibt. Unzählige Bands entstehen und lösen sich wieder auf. Die Motivation liegt fast immer im Spaß am gemeinsamen Musizieren. Manchmal kommen auch kleine Aufträge: Mit Talent, Fleiß, gutem Management und ein bisschen Glück kann eine Band zur materiellen Selbständigkeit abheben. Obergrenzen für Erfolg gibt es nicht, aber auch das Risiko ist entsprechend hoch.

In diesem Beitrag wurden nur Beispiele genannt. Um Näheres zu erfahren, muss man sich in jedem einzelnen Fall gründlich informieren. Das Tätigkeitsfeld Musik in Deutschland ist enorm.
Hier einige Zahlen (alte Bundesländer):
Mindestens 30.000 junge Menschen betreiben eine berufliche Musikausbildung (unberücksichtigt bleibt hier die gesamte Amateurausbildung von rund einer Million Schülern an ca. tausend Musikschulen und mindestens ebenso vielen Kindern und Jugendlichen, die privat oder in Musikvereinen Musikausbildung erfahren).
Den Musikberufen im weitesten Sinne wurden insgesamt rund 220.000 Personen zugerechnet:
Jahresumsatz des Wirtschaftsfaktors Musik: 23 bis 30 Milliarden Euro.
Der Förderverein
setzt sich für eine leistungesfähige Musikschule ein, will die Schüler durch Preise anspornen, fördert die Kommuni-
kation zwischen Schülern, Eltern und Lehrern
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Historisches
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Zentralstelle für den deutschsprachigen Chorgesang in der Welt